Sicheres Familienbett

Ein häufig diskutiertes Thema: Soll das Baby im Familienbett schlafen? Gern wird in diesem Zusammenhang über SIDS, den plötzlichen Kindstod, diskutiert. Viele Eltern fragen sich, was nun der richtige Weg ist. Was ein sicherer Schlafplatz ist. Denn die Empfehlung, dass das Baby in Rückenlage allein in einem Schlafsack ohne Kissen und Kuscheltiere schläft, führt in den meisten Familien zu unruhigen Nächten. 

Bei unserem zweiten Kind ließ ich mich erneut im Krankenhaus verunsichern. Ich hatte das alles schon einmal mitgemacht. Hatte unzählige Bücher gelesen und die Ausbildung zum Artgerecht Babyschlafcoach gemacht. Und dennoch spielten meine Gedanken verrückt als die Ärztin mir einen Vortrag über den plötzlichen Kindstod und das Schlafen im Bett bei mir hielt. 

Was ist ein Familienbett?

Der Begriff umfasst das gemeinsame Schlafen der Familie in einem Bett. Es gibt Hersteller, die sich auf Familienbetten spezialisiert haben. Sie sind besonders breit und haben umlaufend einen Rausfallschutz. Generell kann jedes Bett als Familienbett genutzt werden, wenn die Sicherheitsfaktoren beachtet werden.

Warum schlafen Babys im Familienbett besser?

Der Schlaf ist ein sehr unsicherer Zustand. Früher war es sehr gefährlich zu schlafen, weil wir von wilden Tieren hätten angegriffen werden können. In den Systemen unserer Babys ist das alles noch gespeichert. Sie wollen Sicherheit. Sie brauchen unseren Körperkontakt, um sich sicher zu fühlen. Das sieht man besonders an dem „Sicherheitscheck“ den Babys immer wieder durchführen. Sie checken ab, ob die Mama oder Papa oder wer auch immer bei ihnen ist und schlafen dann weiter. Fällt der Sicherheitscheck negativ aus, werden sie richtig wach und weinen. Außerdem ist ihr Nervensystem unreif. Sie brauchen uns um sich zu regulieren, ihren Herzschlag, ihre Atmung, ihre Temperatur. Hinzu kommt das häufige Verlangen nach Nahrung. Babys wachsen in den ersten zwei Jahren enorm, was viel Energie verbraucht. Besonders im Schlaf wächst und regeneriert der Körper. Sie brauchen nachts also besonders viel Energie. Das alles geht im Familienbett einfacher. Sie haben die Sicherheit und die Nahrung.

Vorteile des Familienbetts

Die Milchbar hat dauerhaft geöffnet. Und das Baby muss so gar nicht richtig aufwachen. Die Schlafrhythmen einer stillenden Mama und ihres Babys passen sich aneinander an. So wird die Mama meist kurz vor dem Baby wach, kann es anlegen und es gibt keine laute Unterbrechung des Schlafens. Die Mama kann im Halbschlaf stillen und muss nicht mehrmals pro Nacht aufstehen. So kann es auch nicht passieren, dass sie vllt auf einem Sessel einschläft, wenn sie ihr Baby zum Stillen immer aus seinem Bett holen müsste. Das häufige Anlegen führt dazu, dass die Milchproduktion gut in Gang kommt. Der enge Kontakt und die Bedürfniserfüllung sind gut für die Entwicklung des Kindes. Eine Studie hat ergeben, dass Familienbettkinder früher selbstständig sind. Alle Familienmitglieder bekommen mehr Schlaf, weil die Nächte ruhiger. Das Baby ist keinen Stresshormonen ausgelöst (allein im Dunkeln), sondern erlebt Schlafen als eine schöne gemeinsame Zeit.

Ist das Risiko für SIDS erhöht?

Sudden infant death syndrom wird diagnostiziert, wenn es keine andere Erklärung für den Kindtod gibt (plötzlicher Kindstod). Es ist eine Ausschlussdiagnose. Es kommt sehr selten vor und geht mit bestimmten Umweltfaktoren einher (Risikofaktoren). Ein großer Risikofaktor ist das Rauchen. Es sollte auf keinen Fall vor Babys geraucht werden, nicht in Räumlichkeiten, in denen sich Babys aufhalten und vor allem nicht beim Schlafen.
Es gibt nichts, was den plötzlichen Kindstod definitiv verhindert. Das ein Familienbett das Risiko erhöht ist absoluter Quatsch. Es ist wichtig Sicherheitsfaktoren einzuhalten, damit das Baby bspw. nicht mit einer Decke zugedeckt wird. Dann wäre es jedoch auch kein plötzlicher Kindstod, sondern ersticken. Tatsächlich ist es so, dass Stillen die SIDS-Gefahr um 50% reduziert und das Baby im eigenen Zimmer allein schlafen zu lassen die SIDS-Gefahr um 50 % erhöht. Das liegt daran, dass Baby noch unreif sind und Herzschlag, Temperatur und Atmung durch unseren Körper reguliert wird.

Wie sieht ein sicheres Familienbett aus?

  • Feste Unterlage
  • Feste Kissen
  • Keine Decken und keine Kuscheltiere
  • Kopf des Babys frei
  • Kind bei Still-Mutter
  • Drogenfrei
Die Rückenlage wird empfohlen. Es ist jedoch nicht
wissenschaftlich bewiesen, dass die Bauchlage das SIDS-Risiko erhöht. Wenn
Babys gar nicht auf dem Rücken einschlafen wollen, dann kann es helfen sie auf dem Bauch schlafen zu lassen. Eine Zeit lang wurde diese Position sogar empfohlen. Wichtig ist, dass das Baby Luft bekommt, die Matratze atmungsaktiv ist. Nachdem das Baby eingeschlafen ist, kann es dann vorsichtig auf den Rücken gedreht werden.
Es wird eine Temperatur von 16-18 Grad Celsius empfohlen. Tiere und Kuscheltiere dürfen nicht im Bett liegen.
Ein Geschwisterkind darf nicht am Baby liegen. Eine Möglichkeit mit einem Geschwisterkind ist diese: : Vater, Geschwisterkind, Mutter, Baby, Rausfallschutz. Wichtig ist auf keinen Fall auf dem Sofa zu schlafen. Eine weitere Option kann es sein, dass Baby im Beistellbett schlafen zu lassen. Doch auch das ist vielen Babys schon zu weit weg.

Wann sollte das Kind allein schlafen?

Es wird gern gesagt, dass man sein Kind nie mehr aus dem Bett bekommt, wenn man es im Familienbett schlafen lässt. Stattdessen ist es so, dass ein Kind dessen Grundbedürfnisse von Anfang an erfüllt wurden, auch irgendwann bereit ist allein zu schlafen, weil es so viel Sicherheit tanken durfte. Wann das Kind allein schlafen sollte, kann nicht so einfach beantwortet werden. Es ist wie immer individuell und vom Kind abhängig. Es kann sein, dass es von allein Bescheid gibt und irgendwann auszieht. Es kann aber auch sein, dass es einen Impuls braucht. In der bedürfnisorientierten Elternschaft sind alle Familienmitglieder wichtig. Es gilt die Bedürfnisse zu betrachten, die gerade am unerfülltesten sind. Anfangs ist das definitiv das Bedürfnis des Kindes bei den Eltern zu schlafen. Wenn es im Schulalter immer noch bei den Eltern schläft und die Eltern es nicht mehr möchten, darf gehandelt werden. Auch vorher kann das eigene Zimmer schon schmackhaft, indem gemeinsam ein Bett ausgesucht wird, Bettwäsche, etc.
Wichtig ist die individuelle Situation zu betrachten und sich selbst klar zu sein. Denn Kinder sind sehr sensibel und wenn wir uns nicht sicher sind, ob wir das wirklich wollen, wird es auf keinen Fall funktionieren.
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Artgerecht Babyschlafcoach

Autorin des Blogs

Ich bin Sarah, Mama von 2 Kindern und meine Mission ist es, werdende Mamas wie dich zu unterstützen sich auf ihre Geburt zu freuen, sie in Vertrauen und Verbindung zu erleben. Das klappt am besten, wenn du informiert bist und die Strategien kennst deine Geburt positiv zu gestalten. 

Wie schläft ein Baby?