Schnuller abgewöhnen – Ein sanfter Abschied vom Schnuller

Das Thema Schnuller begleitet uns oft von den ersten Tagen mit unseren Babys.

 

Überall begegnen wir diesem kleinen Helfer, sei es in Darstellungen, auf Spielzeugen oder bei anderen Kindern. Doch was viele nicht glauben und verstehen: Nicht die Kinder brauchen den Schnuller, sondern die Eltern.

# 49 Warum ist das Saugen an der Brust so wichtig

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Warum sollten wir den Schnuller abgewöhnen?

Die Verlockung des Schnullers ist groß und man greift gerne zu ihm, um das Baby zu beruhigen. Aber leider gibt es einige vielfältige Konsequenzen für die gesunde Entwicklung des Kindes.
 
  • Der Schnuller beeinflusst das Stomatognathe System (alles was zu Kopf, Hals und Gesicht gehört), kann zu Verformungen führen, die Statik beeinflussen, schiefe Zähne hervorrufen
  • Es kann zu Sprachentwicklungsverzögerungen kommen
  • Die Qualität der Kaubewegungen kann sich verändern – Es kann zu Problemen mit Beikost kommen
  • Eine Mundatmung kann ausgelöst werden, wodurch es zu vermehrten Infekten kommen kann
  • Gerade zu Beginn ein verbreitetes Thema: Probleme mit dem Stillen – Saugverwirrung, keine ausreichende Gewichtszunahme
  • Verschluckungsgefahr von Kleinteilen des Schnullers
  • Die Unterdrückung von Gefühlen. Das Saugen ist letztendlich kein Bedürfnis, sondern eine Strategie, um sich zu beruhigen. Gefühle müssen rausgelassen werden, damit Menschen emotional stabil sind und Schnuller unterdrücken diese.
  • Der Schnuller kann Auswirkungen auf den IQ haben, in dem Sinne, dass Kinder, die keinen Schnuller haben mehr Aufmerksamkeit bekommen, weil sich mit ihnen mehr beschäftigt wird. Außerdem kann der Schnuller einen Einfluss auf die Stilldauer haben. Eine verkürzte Stilldauer wiederum kann auch Einfluss auf den IQ haben.

Wann sollte man den Schnuller abgewöhnen?

Die ehrliche Antwort: So früh wie möglich. Idealerweise sollte der Schnuller nur als Notlösung genutzt werden nach intensiver Risikoabwägung. Babys benötigen keinen Schnuller. Wenn es jedoch an der Zeit ist, ihn abzugewöhnen, dann sanft. Am besten du stellst dich schon mal auf den Protest deines Babys ein. Der Übergang kann von Tränen begleitet sein, aber es ist wichtig, diese Gefühle zuzulassen und dem Kind zu helfen, dadurch eine neue Beruhigungsstrategie zu entwickeln. 

Ist ein schnullerfreies Leben von Anfang an möglich?

Absolut. Babys brauchen keinen Schnuller. In unserer Gesellschaft werden Tränen oft als etwas Schlechtes dargestellt, aber es ist wichtig zu erkennen, dass der Schnuller eher den Eltern hilft, zur Ruhe zu kommen, als dem Baby.

Aber was ist mit dem natürlichen Saugbedürfnis?

Die Realität: Es gibt kein natürliches Saugbedürfnis. Saugen ist ein Reflex, kein Bedürfnis. Die Grundbedürfnisse eines Babys sind Schlafen, Nähe, Ausscheidungen, Hunger und Entspannung. In den ersten vier Monaten können Babys das Saugen an der Brust nicht bewusst beeinflussen und wenn der Schnuller in ihren Mund kommt, reagieren sie reflexartig mit Saugen. Die Brust erfüllt dabei nicht nur das Bedürfnis nach Nahrung, sondern auch nach Nähe und Entspannung auf natürliche Weise. Der Schnuller wird in dieser Zeit eher als Ersatz betrachtet. Nach dem vierten Monat kann sich jedoch eine Gewöhnung an den Schnuller entwickeln, dann wird es viel schwieriger ihn wieder loszulassen.

# 48 Das natürliche Saugbedürfnis gibt es nicht

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Wie werden wir den Schnuller los?

Der erste Schritt ist die eigene Klarheit. Wann geben wir den Schnuller und welches Bedürfnis steckt dahinter? Was können wir tun, anstatt dem Kind direkt den Schnuller in den Mund zu stecken? Wir sollten mit unseren Kindern darüber sprechen, nach Alternativen Lösungen suchen und ggf. wenn das Kind groß genug ist gemeinsam überlegen, was es wirklich brauchen.
 
Wenn du tiefer in diese Reise einsteigen und den Schnuller endlich abgewöhnen möchtest, lade ich dich herzlich zu unserem „Schnullerfrei Kurs“ ein. Hier begleiten wir dich schrittweise auf dem Weg, den Schnuller loszuwerden oder erst gar nicht einzuführen.
Babykurs Springe

Es geht ohne Schnuller dafür mit absoluter Zufriedenheit und einer gesunden Entwicklung deines Babys.

Quellen:

Pacifier use and interruption of exclusive breastfeeding: Systematic review and meta‐analysis

Bernardo Lessa Horta und Cesar G. Victoria: „Long-term effects of breastfeeding. A Systematic Review“, WHO 2013

Cynthia G. Colin und David M. Ramey: „Is breast truly best? Estimating the effects of breastfeeding on long-term child health and wellbeing in the United States using sibling comparisons“, Social Science & Medicine 109, 2014, S. 55-65

Michael S. Kramer, Frances Aboud, Elena Miranova et al.: „Breastfeeding and Child Cognitive Development: New Evidence From a Large Randomized Trial“, Archives of General Psychiatry 65 (5), 2008, S. 578-584

Cesar G. Victora, Bernardo Lessa Horta, Christian Loret de Mola et al.: „Association between breastfeeding and intelligence, educational attainment, and income at 30 years of age: a prospective birth cohort study from Brazil“, The Lancet 3 (4), 2025, e199-e205

Artgerecht Babyschlafcoach

Autorin des Blogs

Ich bin Sarah, Mama von 2 Kindern und meine Mission ist es, werdende Mamas wie dich zu unterstützen sich auf ihre Geburt zu freuen, sie in Vertrauen und Verbindung zu erleben. Das klappt am besten, wenn du informiert bist und die Strategien kennst deine Geburt positiv zu gestalten.